2. Geringfügig entlohnte Beschäftigung in Privathaushalten

(§ 8a in Verbindung mit § 8 Absatz 1 Nummer 1 SGB IV)

Eine geringfügige Beschäftigung in Privathaushalten liegt dann vor, wenn die Beschäftigung durch einen Privathaushalt begründet wird und gewöhnlich von einem Mitglied des Haushaltes ausgeführt werden kann. Das monatliche Arbeitsentgelt aus dieser Beschäftigung darf regelmäßig im Monat 450 Euro nicht überschreiten.

2.1 Sozialversicherung

Für Beschäftigungen im Privathaushalt gelten für den Arbeitgeber geringere Beitragssätze als bei einer geringfügigen Beschäftigung im gewerblichen Bereich.

2.1.1 Krankenversicherung

Der Arbeitgeber zahlt für geringfügig entlohnt Beschäftigte in Privathaushalten, die in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert (auch familienversichert) sind, Pauschalbeiträge von 5 % des Arbeitsentgelts an die gesetzliche Krankenversicherung. Die Regelung gilt nur für Versicherte der gesetzlichen Krankenversicherung: Zusätzliche Ansprüche entstehen aus diesen Beiträgen nicht, weil diese Beschäftigten bereits vollen Krankenversicherungsschutz haben. Dementsprechend besteht auch kein Anspruch auf Krankengeld aus diesem Beschäftigungsverhältnis.

Die beitragsfreie Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung ist an die Erhöhung der Geringfügigkeitsgrenze auf 450 Euro angepasst worden.

2.1.2 Rentenversicherung

Bei geringfügig entlohnt Beschäftigten in Privathaushalten zahlt der Arbeitgeber Beiträge in Höhe von 5 % des Arbeitsentgeltes und der Arbeitnehmer in Höhe von 13,9 % des Arbeitsentgelts zur gesetzlichen Rentenversicherung5. Damit erwirbt der im Privathaushalt geringfügig entlohnt Beschäftigte Ansprüche auf das volle Leistungsspektrum der Rentenversicherung (Anspruch auf Rehabilitation, Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, vorgezogene Altersrenten, Rentenberechnung nach Mindesteinkommen, Anspruch auf die Förderung nach der sog. Riester-Rente). Zu den Auswirkungen auf die Wartezeit und die Rentenhöhe siehe auch Punkt 1.1.2.

Geringfügig Beschäftigte in Privathaushalten, die sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen6, erhalten durch den nur vom Arbeitgeber zu zahlenden Pauschalbeitrag in Höhe von 5 % des Arbeitsentgeltes bei der Rentenberechnung lediglich Vorteile in Form eines Zuschlags an Entgeltpunkten,

5 Der Arbeitnehmer trägt den Differenzbeitrag zwischen dem Beitragssatz in der allgemeinen Rentenversicherung (seit dem 1. Januar 2013 18,9 %) und dem Beitragsanteil des Arbeitgebers (5 %).

6 Verfahren vgl. Punkt 5.2 aus dem wiederum in begrenztem Umfang Wartezeitmonate ermittelt werden. Aus einem Jahr geringfügiger Beschäftigung im Privathaushalt mit einem monatlichen Entgelt von 450 Euro, in der sich der Arbeitnehmer von der Rentenversicherungspflicht hat befreien lassen, ergeben sich 1,78 Euro7 monatliche Rente und zwei Monate Wartezeit.

„Geringfügig entlohnt beschäftigte Rentnerinnen und Rentner, die eine Altersvollrente beziehen, sind versicherungsfrei in der Rentenversicherung. Dem gegenüber sind Rentnerinnen und Rentner, die eine Teilrente wegen Alters oder eine Rente wegen teilweiser oder voller Erwerbsminderung beziehen, grundsätzlich nicht versicherungsfrei in der Rentenversicherung. Bei gleichzeitiger Beschäftigung und Bezug einer Altersteilrente oder einer Erwerbsminderungsrente gelten die gleichen Vorschriften wie für alle anderen geringfügig entlohnt Beschäftigten.“

Arbeitsentgelt ab 175 Euro monatlich

Beträgt das monatliche Entgelt aus einer geringfügig entlohnten Beschäftigung in einem Privathaushalt mehr als 175 Euro, trägt der Beschäftigte die Differenz zwischen dem Beitragsanteil des Arbeitgebers (5 %) zum vollen Beitragssatz von 18,9 % (Differenz 13,9 %).

7 Stand Januar 2013

Beispiel:

Ein geringfügig Beschäftigter im Privathaushalt mit einem Verdienst von 450 Euro im Monat hat somit einen Beitrag von monatlich 62,55 Euro (13,9 % von 450 Euro) aufzubringen.

Arbeitsentgelt unter 175 Euro monatlich

Beträgt das monatliche Entgelt aus der geringfügig entlohnten Beschäftigung weniger als 175 Euro, ist der Mindestbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung zu beachten. Der Arbeitnehmer zahlt in diesem Fall die Differenz zwischen dem Beitragsanteil des Arbeitgebers (5 % des Arbeitsentgeltes) und dem Mindestbeitrag. Der Mindestbeitrag errechnet sich aus 18,9 % von 175 Euro, er beträgt somit 33,08 Euro8.

Beispiel:

Beträgt der Verdienst eines geringfügig entlohnt Beschäftigten 150 Euro im Monat ergeben sich folgende Beiträge: Gesamtbeitrag: 18,9 % von 175 Euro = 33,08 Euro9

8 Stand Januar 2013

9 Stand Januar 2013

Davon Arbeitgeber: 5 % von 150 Euro = 7,50 Euro Arbeitnehmer: 33,08 Euro (Gesamtbeitrag) abzüglich 7,50 Euro (Arbeitgeberbeitrag) = 22,58 Euro

2.1.3 Arbeitslosen- und Pflegeversicherung

Geringfügig entlohnt beschäftigte Personen in Privathaushalten unterliegen nicht der Versicherungspflicht in der Arbeitslosen- und Pflegeversicherung. Daher sind für sie keine Beiträge zu diesen Versicherungszweigen abzuführen.

2.1.4 Unfallversicherung

Es gelten grundsätzlich die Ausführungen zu Punkt 1.1.3., allerdings mit dem Unterschied, dass für geringfügig Beschäftigte in Privathaushalten seit dem 1. Januar 2006 ein einheitlicher Unfallversicherungsbeitrag von 1,6 % des Arbeitsentgelts zu zahlen ist, der über die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See eingezogen wird (s. auch Punkt 6.2).

2.2 Zusammentreffen mehrerer Beschäftigungen

Für das Zusammentreffen mehrerer nebeneinander ausgeübter geringfügiger Beschäftigungen im Privathaushalt mit anderen geringfügigen Beschäftigungen bzw. mit einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung gelten die Ausführungen zu den Punkten 1.2 und 1.3 entsprechend.

 

Top Geringfügige Beschäftigung

 


Kostenlose Steuerrechner online
Kostenlose Steuerrechner

Buchhaltungssoftware
MS-Buchhalter

Buchhaltungssoftware MS Buchhalter downloaden und kostenlos testen
Jetzt kostenlos testen

Weitere Informationen: