Gleitzonenrechner 2015

Berechnung für den Zeitraum
Arbeitsentgelt brutto / Monat Euro incl. Einmalzahlungen
gezahlt für
Beitragssatz Krankenversicherung
Beitragszuschlag zur Pflegeversicherung

Teil 2 Beschäftigung in der Gleitzone
1. Allgemeines

Für Arbeitsentgelte im Bereich von 450,01 Euro bis 850 Euro monatlich gilt eine sogenannte Gleitzone (Progressionszone). In dieser unterliegen die Arbeitsentgelte der Beitragspflicht in allen Zweigen der Sozialversicherung. In der Gleitzone wird bei der Beitragsbemessung ein reduziertes beitragspflichtiges Arbeitsentgelt zugrunde gelegt. Der Arbeitnehmer kann hierauf verzichten und den Beitrag zur Rentenversicherung entsprechend seines tatsächlichen Arbeitsentgeltes zahlen. Er erwirbt damit höhere Rentenanwartschaften.

Der Arbeitgeber zahlt für das gesamte Arbeitsentgelt grundsätzlich den vollen Arbeitgeberanteil ein, d. h., er trägt die Hälfte des Gesamtsozialversicherungsbeitrages (rund 20 %).

Der vom Arbeitnehmer zu zahlende Beitrag steigt linear von rund 11 % am Anfang der Gleitzone bis zum vollen Arbeitnehmeranteil, d.h. bis zur Hälfte des Gesamtsozialversicherungsbeitrages, an.

Zur Glättung des übergangs in die Gleitzone ist das beitragspflichtige Arbeitsentgelt so bemessen, dass sich bei einem Arbeitnehmer mit durchschnittlichem Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz (2013 = 39,45 %) am Beginn der Gleitzone ein Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz von rund 30 % (entsprechend der Pauschalabgabe bei geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen) ergibt: Der Arbeitgeberanteil liegt bei rund 19 %; für den Arbeitnehmer ergibt sich hieraus der Startpunkt von rund 11 %.

Der vom Arbeitgeber zu zahlende Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung wird vom zuständigen Unfallversicherungsträger festgelegt (siehe Punkt 1.1.3).

2. Sozialversicherung
2.1 Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge

(zur Berechnung der Beiträge im Einzelfall wird auf die Gleitzonenrechner auf den Internetseiten der Sozialversicherungsträger verwiesen)

2.1.1 Ermittlung des Bemessungsentgelts in der Gleitzone

Das monatliche Bemessungsentgelt, aus dem der Gesamtbeitrag zur Sozialversicherung errechnet wird, ist für Arbeitnehmer in der Gleitzone nach folgender Formel zu ermitteln:

F Mal 450 Plus runde Klammer auf geschwungene Klammer auf 850 geteilt durch die Summe von 850 Minus 450 geschwungende Klammer zu Minus geschwungene Klammer auf 450 geteilt durch die Summe aus 850 Minus 450 geschwungene Klammer zu Mal F runde Klammer zu Mal Summe aus AE Minus 450

AE ist das monatliche Arbeitsentgelt

F (Gleitzonenfaktor) ist ein Faktor, der sich ergibt, wenn die Pauschalabgabe bei geringfügiger Beschäftigung (30 %) durch den Sozialversicherungsbeitrag aller Versicherten (2013 = 39,45 %) dividiert wird. Seit dem 1. Januar 2013 beträgt der Faktor F folglich: 30 % / 39,45 % = 0,7605

Für Beschäftigungen, die vor dem 1. Januar 2013 aufgenommen wurden (Altfälle), bleibt es bei folgender Berechnungsformel (längstens bis zum 31. Dezember 2014) – Grundlage ist der Gleitzonenfaktor 2013:

Bemessungsentgelt = F x 400 + (2 - F) x (AE - 400)

2.1.2 Ermittlung des Sozialversicherungsbeitrages

Es kann sowohl der Gesamtsozialversicherungsbeitrag als auch der Beitrag für einen einzelnen Zweig der Sozialversicherung (z. B. gesetzliche Rentenversicherung) errechnet werden.

Der Gesamtsozialversicherungsbeitrag errechnet sich wie folgt:

Bemessungsentgelt

X

Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz

=

Gesamt beitrag

Der Sozialversicherungsbeitrag zu einem Zweig der Sozialversicherung (Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- oder Pflegeversicherung) errechnet sich wie folgt:

Bemessungsentgelt

X

Beitragssatz des Versicherungszweiges

=

Gesamt beitrag

Der Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz für das Jahr 2013 beträgt:

39,45 %

Er ergibt sich aus der Summe der für das Jahr 2013 geltenden Beitragssätze in der allge meinen Renten-versicherung (18,9 %), in der gesetzlichen Pflegeversi-cherung (2,05 %) und zur Arbeitsförderung (3 %) sowie des allgemeinen Beitragssatzes in der gesetzli-chen Krankenversicherung (15,5 %).

2.1.3 Ermittlung des Arbeitgeberanteils in der Sozialversicherung

Der Arbeitgeber zahlt grundsätzlich den vollen Arbeitgeberanteil für das tatsächliche Arbeitsentgelt.

Arbeitsentgelt

X

1/2 Beitrags satz

=

Arbeitgeberanteil

2.1.4 Ermittlung des Arbeitnehmeranteils in der Sozialversicherung

Der vom Arbeitnehmer zu zahlende Beitrag ermittelt sich aus der Differenz zwischen dem insgesamt zu zahlenden Sozialversicherungsbeitrag und dem Arbeitgeberanteil.

Gesamtbeitrag

Arbeitgeberanteil

=

Arbeitnehmeranteil

2.2 Altfälle –Beschäftigungsaufnahme vor dem 1. Januar 2013

Verdienst im Bereich von 400,01 Euro bis 450 Euro

monatlich

Personen, die vor dem 1. Januar 2013 eine versicherungspflichtige Beschäftigung mit einem monatlichen Arbeitsentgelt in der Gleitzone im Bereich von 400,01 Euro bis 450 Euro aufgenommen haben und weiterhin ausüben, bleiben in dieser Beschäftigung in den Zweigen der Sozialversicherung und der Arbeitslosenversicherung grundsätzlich als Gleitzonenbeschäftigte versicherungspflichtig, längstens bis zum 31. Dezember 2014. In der Kranken- und Pflegeversicherung besteht diese Versicherungspflicht nur, solange keine Familienversicherung über einen Angehörigen möglich ist.

Versicherungspflichtige können sich auf Antrag innerhalb von drei Monaten nach dem 1. Januar 2013 von der Kranken- und Pflegeversicherungspflicht befreien lassen. In der Arbeitslosenversicherung ist bis zum 31. März 2013 eine Befreiung mit Wirkung zum 1. Januar 2013 möglich, ab dem 1. April 2013 wirkt die Befreiung ab dem Monat, der dem Befreiungsantrag folgt12. In der Rentenversicherung ist eine Befreiung bis zum 31. Dezember 2014 nicht möglich. Wird kein Befreiungsantrag gestellt bzw. in der Rentenversicherung nicht auf die Gleitzonenregelung verzichtet, gilt für diese Beschäftigung bis zum 31. Dezember 2014 die Versicherungspflicht und die

12 für den Bereich der Arbeitslosenversicherung vgl. § 444 Absatz 2 SGB III i.V.m.§ 276b Absatz 1 SGB VIalte Gleitzonenformel (vgl. Punkte 1 und 2.1.1 in Teil 2 der Broschüre) weiter.

Verdienst im Bereich von 800,01 Euro bis 850 Euro monatlich

Personen, die vor dem 1. Januar 2013 ein Arbeitsentgelt von 800,01 Euro bis 850 Euro erhalten haben (also außerhalb der früheren Gleitzone) und in derselben Beschäftigung ab dem 1. Januar 2013 in der neuen Gleitzone beschäftigt sind, unterliegen auch ab dem 1. Januar 2013 nicht den neuen Gleitzonenregelungen. Sie können aber durch schriftliche Erklärung gegenüber ihrem Arbeitgeber die Anwendung der ab 2013 geltenden Gleitzonenregelung veranlassen. Eine solche Erklärung kann nur bis zum 31. Dezember 2014 erfolgen.

3. Steuerrecht

Weil bei einem monatlichen Arbeitsentgelt oberhalb von 450 Euro keine geringfügige Beschäftigung vorliegt und der Arbeitgeber keine entsprechenden Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung (in Höhe von 15 % oder 5 %) zu entrichten hat, ist die Lohnsteuerpauschalierung mit dem einheitlichen Pauschsteuersatz von 2 % oder mit dem Steuersatz von 20 % des Arbeitsentgelts nicht möglich. Deshalb hat der Arbeitgeber die Lohnsteuer vom Arbeitsentgelt nach Maßgabe der Lohnsteuerabzugsmerkmale des Arbeitnehmers (Regelverfahren) zu erheben.

4. Arbeitsrecht

Es gelten die gleichen arbeitsrechtlichen Ansprüche wie für geringfügig Beschäftigte (vgl. Ausführungen in Teil 1 Punkt 6).

 

Top Geringfügige Beschäftigung

 


Kostenlose Steuerrechner online
Kostenlose Steuerrechner

Buchhaltungssoftware
MS-Buchhalter

Buchhaltungssoftware MS Buchhalter downloaden und kostenlos testen
Jetzt kostenlos testen

Weitere Informationen: