Anhang
Beispiele geringfügiger Beschäftigungen

Beispiel 1:

Geringfügig beschäftigte Hausfrau, die in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist

Maria Maier ist Hausfrau. Um die Familienkasse aufzubessern, arbeitet sie als Kassiererin. Ihr Verdienst beträgt 450 Euro monatlich. Weitere Einkünfte bezieht sie nicht.

Es ergeben sich folgende Abgaben:

Entgelt

450,00 Euro

Beitrag des Arbeitgebers zur Krankenversicherung (13%)

58,50 Euro

Beitrag des Arbeitgebers zur Rentenversicherung (15 %)

67,50 Euro

Beitrag der Arbeitnehmerin zur Rentenversicherung (3,9%)

17,55 Euro

Steuer (2 %)

9,00 Euro

Frau Meier hat die Möglichkeit, sich von der Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen. In diesem Fall zahlt lediglich der Arbeitgeber seine Beitragsanteile zur Renten- und Krankenversicherung sowie die Pauschalsteuer, außerdem erwirbt Frau Meier dann geringere Rentenanwartschaften.

Weil der Arbeitgeber für das Arbeitsentgelt der geringfügigen Beschäftigung gemäß § 8 Absatz 1 Nr. 1 SGB IV die pauschalen Rentenversicherungsbeiträge zu entrichten hat, kann er die Lohnsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer mit dem einheitlichen Pauschsteuersatz von 2 % des Arbeitsentgelts oder aber nach den Lohnsteuerabzugsmerkmalen von Frau Maier erheben.

Beispiel 2:

In einem Privathaushalt geringfügig beschäftigte Hausfrau, nicht gesetzlich krankenversichert

Elfriede ölbaum ist Hausfrau. Um die Familienkasse aufzubessern, arbeitet sie an zwei Vormittagen in der Woche in einem privaten Haushalt. Ihr Verdienst beträgt 450 Euro monatlich. Weitere Einkünfte bezieht sie nicht. Ihr Ehemann ist Beamter. Da sie beihilfeberechtigt ist, gehört sie keiner gesetzlichen Krankenversicherung an.

Es ergeben sich folgende Abgaben:

Entgelt

450,00 Euro

Beitrag des Arbeitgebers zur Rentenversicherung (5 %)

22,50 Euro

Beitrag der Arbeitnehmerin zur Rentenversicherung (13,9 %)

62,55 Euro

Steuer (2 %)

9,00 Euro

Zur Krankenversicherung fällt kein Pauschalbeitrag an, weil Frau ölbaum nicht gesetzlich krankenversichert ist.

Frau ölbaum hat die Möglichkeit, sich von der Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen. In diesem Fall zahlt lediglich der Arbeitgeber seine Beitragsanteile zur Rentenversicherung sowie die Pauschsteuer, außerdem erwirbt Frau ölbaum dann geringere Rentenanwartschaften.

Weil der Arbeitgeber für das Arbeitsentgelt Rentenversicherungsbeiträge für eine geringfügige Beschäftigung im Privathaushalt zu entrichten hat, kann er die Lohnsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer mit dem einheitlichen Pauschsteuersatz von 2 % des Arbeitsentgelts oder nach den Lohnsteuerabzugsmerkmalen von Frau ölbaum erheben.

Beispiel 3:

Mehrere geringfügige Beschäftigungen

Hannelore Braun ist alleinerziehende Mutter. Sie hat vormittags mehrere Arbeitsstellen angenommen, für die sie je nach Arbeitszeit unterschiedlich entlohnt wird. Bei Rechts anwalt Kahl erhält sie 350 Euro monatlich, bei Familie Freund 350 Euro und im Haus halt Erhard 175 Euro monatlich. Der allgemeine Beitragssatz der gesetzlichen Kran kenversicherung beträgt 15,5 % . Er setzt sich zusammen aus einem vom Arbeitgeber und Arbeitnehmer hälftig zu finanzierendem Beitragssatzanteil von 14,6 % sowie einem Anteil von 0,9 % , der nur von den Mitgliedern der Krankenkassen zu tragen ist.

Die Entgelte werden zusammengerechnet. Frau Braun erzielt also ein Arbeitsent gelt von 875 Euro monatlich und ist sozialversicherungspflichtig (außerhalb der Gleitzone).

Es ergeben sich folgende Abgaben:

Entgelt Rechtsanwalt Kahl350,00 Euro
Beitrag zur Rentenversicherung (18,9 %)
Arbeitgeberanteil (9,45 %)33,08 Euro
Arbeitnehmeranteil (9,45%)33,08 Euro

Beitrag zur Krankenversicherung (14,6%)

Arbeitgeberanteil (7,3%)

25,55 Euro

Arbeitnehmeranteil (7,3%)

25,55 Euro

(zzgl. eines Anteils von 0,9 Beitragssatzpunkten, den Frau Braun allein trägt.)

3,15 Euro

Beitrag zur Arbeitslosenversicherung (3 %)

Arbeitgeberanteil (1,5 %)

5,25 Euro

Arbeitnehmeranteil (1,5 %)

5,25 Euro

Beitrag zur Pflegeversicherung (2,05 %)

Arbeitgeberanteil (1,025 %)

3,59 Euro

Arbeitnehmeranteil (1,025 %)

3,59 Euro

Entgelt Familie Freund

entspricht den Beiträgen bei Rechtsanwalt Kahl

350,00 Euro

Entgelt Haushalt Erhard

175,00 Euro

Beitrag zur Rentenversicherung (18,9 %)

Arbeitgeberanteil (9,45 %)

16,54 Euro

Arbeitnehmeranteil (9,45 %)

16,54 Euro

Beitrag zur Krankenversicherung (14,6%)

Arbeitgeberanteil (7,3%)

12,78 Euro

Arbeitnehmeranteil (7,3%)

12,78 Euro

(zzgl. eines Anteils von 0,9 Beitragssatzpunkten, der nur von den Mitgliedern zu tragen ist)

1,58 Euro

Beitrag zur Arbeitslosenversicherung (3 %)

Arbeitgeberanteil (1,5 %)

2,63 Euro

Arbeitnehmeranteil (1,5 %)

2,63 Euro

Beitrag zur Pflegeversicherung (2,05 %)

Arbeitgeberanteil (1,025 %)

1,79 Euro

Arbeitnehmeranteil (1,025 %)

1,79 Euro

Steuer siehe nachfolgende ErläuterungAufgrund dieser Beiträge erwirbt Frau Braun volle Ansprüche in der Sozialver sicherung.Für das Arbeitsentgelt der Beschäftigungen sind keine pauschalen Beiträge zur Renten versicherung zu entrichten; deshalb ist die Pauschalierung mit dem einheitlichen Pauschsteuersatz von 2 % des Arbeitsentgelts nicht möglich.Lohnsteuerlich werden die Arbeitsentgelte für bei mehreren Arbeitgebern ausge übten geringfügigen Beschäftigungen nach § 8 Absatz 1 Nr.1 SGB IV zur Prü fung der monatlichen Arbeitsentgeltgrenze i.H.v. 450 Euro nicht zusammen gerechnet. Weil das monatliche Arbeitsentgelt der Beschäftigung bei Rechts anwalt Kahl, der Famili e Freund sowie des Haushalts Erhard jeweils 450 Euro nicht übersteigt, liegen lohnsteuerlich jeweils geringfügige Beschäfti-gungen vor. Die Arbeitgeber können die Lohnsteuer pauschal mit 20 % des Arbeitsentgelts (zuzüglich 5,5 % Solidaritätszu schlag von der pauschalen Lohnsteuer und ggf. Kirchensteuer) oder nach den Lohnsteuerab-zugsmerkmalen von Frau Braun erheben.

Lohnsteuerabzug nach den Lohnsteuerabzugsmerkmalen

Weil der Jahresarbeitslohn aus dem ersten Beschäftigungsverhältnis von Frau Braun (bei Rechtsanwalt Kahl) unterhalb des Betrags liegt, für den nach der als Lohnsteuerabzugsmerkmal gebildeten Steuerklasse II erstmals Lohnsteuer zu erheben ist, kann sie beim Finanzamt für die weiteren Beschäftigungen jeweils einen Freibetrag bilden lassen. Für den Arbeitslohn bei Familie Freund monatlich 350 Euro und für den Haushalt Erhard monatlich 175 Euro; hierdurch können die Arbeitslöhne ohne Lohnsteuerabzug ausgezahlt werden. Im ersten Beschäftigungsverhältnis ist für den Lohnsteuerabzug ein Hinzurechnungsbetrag von 525 Euro zu berücksichtigen.

Dadurch hat Rechtsanwalt Kahl von einem rechnerischen Arbeitslohn i.H.v. 825 Euro (Arbeitslohn 350 Euro zuzüglich Hinzurechnungsbetrag 475 Euro) Lohnsteuer zu erheben. Für einen Monatslohn i.H.v. 825 Euro beträgt die Lohnsteuer nach der Steuerklasse II 0 Euro. Rechtsanwalt Kahl kann den Arbeitslohn also ohne Lohnsteuereinbehalt auszahlen. Nach Ablauf des Kalenderjahres hat Frau Braun eine Einkommensteuererklärung abzugeben, weil sie nebeneinander von mehreren Arbeitgebern Arbeitslohn bezogen hat. Eine zu hoch einbehaltene Lohnsteuer wird dann erstattet oder auf eine etwaige Einkommenssteuerschuld angerechnet.

Beispiel 4:

Nebenbeschäftigung von versicherungspflichtigen Arbeitnehmern

Franz Brauer verdient in seinem Hauptberuf als Einzelhandelsverkäufer 2.000 Euro brutto im Monat. Als Frühaufsteher ist er regelmäßig in einer Bäckerei beschäftigt und verdient monatlich 450 Euro hinzu.

Herr Brauer unterliegt in der Hauptbeschäftigung der Versicherungspflicht. Eine Zusammenrechnung der geringfügig entlohnten Beschäftigung mit der versicherungspflichtigen (Haupt-) Beschäftigung erfolgt nicht, weil das Arbeitsentgelt 450 Euro nicht übersteigt. Die Beschäftigung in der Bäckerei bleibt somit als geringfügig entlohnte Beschäftigung in der Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung versicherungsfrei. In der Rentenversicherung besteht auch bei dieser Beschäftigung Versicherungspflicht, allerdings besteht die Möglichkeit der Befreiung von der Versicherungspflicht. In diesem Fall erwirbt Herr Brauer jedoch geringere Rentenanwartschaften.

Weil der Arbeitgeber für das Arbeitsentgelt der geringfügigen Beschäftigung gemäß § 8 Absatz 1 Nr. 1SGB IV die Rentenversicherungsbeiträge für eine geringfügig entlohnte Beschäftigung (nach § 168 Absatz 1 Nr. 1b SGB VI) zu entrichten hat, kann er die Lohnsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer mit dem einheitlichen Pauschsteuersatz von 2 % des Arbeitsentgelts oder nach den Lohnsteuerabzugsmerkmalen von Herrn Brauer erheben.

Beispiel 5:

Wie Beispiel 4, aber Herr Brauer nimmt eine weitere geringfügige Beschäftigung als Austräger von Wochenblättern mit einem monatlichen Arbeitsentgelt von 100 Euro auf.

Herr Brauer unterliegt in der Hauptbeschäftigung der Versicherungspflicht. Eine Zusammenrechnung der ersten geringfügig entlohnten Beschäftigung mit der versicherungspflichtigen (Haupt) Beschäftigung findet nicht statt, weil das Arbeitsentgelt 450 Euro nicht übersteigt. Die Beschäftigung in der Bäckerei bleibt somit als geringfügig entlohnte Beschäftigung in der Kranken-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung versicherungsfrei. In der Rentenversicherung besteht weiterhin Versicherungspflicht, allerdings besteht die Möglichkeit der Befreiung von der Versicherungspflicht (siehe Beispiel 4). In diesem Fall erwirbt Herr Brauer jedoch geringere Rentenanwartschaften.

Die weitere geringfügig entlohnte Beschäftigung als Zeitungsausträger wird jedoch mit der versicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung zusammengerechnet und unterliegt der Sozialversicherungspflicht. Dies gilt jedoch nicht für die Arbeitslosenversicherung, da in diesem Versicherungszweig geringfügig entlohnte Beschäftigungen nur zusammengerechnet werden, wenn dadurch Versicherungspflicht begründet wird. Da Herr Bauer bereits eine versicherungspflichtige Hauptbeschäftigung ausübt, kommt eine Zusammenrechnung hier nicht in Betracht. Im übrigen ergeben sich für den zweiten Nebenverdienst, in dem auch keine Befreiungsmöglichkeit in der Rentenversicherung besteht, folgende Beiträge:

Entgelt als Zeitungsausträger

100,00 Euro

Beitrag zur Rentenversicherung (18,9 %)

Arbeitgeberanteil (9,45%)

9,45 Euro

Arbeitnehmeranteil (9,45%)

9,45 Euro

Beitrag zur Krankenversicherung (15,5%)

Arbeitgeberanteil (7,3%)

7,30 Euro

Arbeitnehmeranteil (7,3%)

7,30 Euro

(zzgl. ein Anteil von 0,9 Beitragssatzpunkten, der nur von den Mitgliedern zu tragen ist.)

0,90 Euro

Beitrag zur Pflegeversicherung (2,05 %)

Arbeitgeberanteil (1,025%)

1,03 Euro

Arbeitnehmeranteil (1,025%)

1,03 Euro

(ggf. ist vom Arbeitnehmer ein Zuschlag für Kinderlose in Höhe von 0,25 % zu zahlen)

(0,25 Euro)

Steuer siehe nachfolgende Erläuterungen Für die weitere Tätigkeit als Zeitungsausträger, die zwar grundsätzlich eine geringfügig entlohnte Beschäftigung ist, für die aber wegen der Zusammen-rechnung mit der Hauptbeschäftigung in der Ren-tenversicherung nicht der Beitragssatz von 15 % gilt, kann der Arbeitgeber die Lohnsteuer nicht mit dem einheitlichen Pauschsteuersatz von 2 % erheben. Er muss zwischen der Lohnsteuerpauschalierung mit

20 % des Arbeitsentgelts (zuzüglich Solidaritätszuschlag i.H.v. 5,5 % der Lohnsteuer und ggf. Kirchensteuer nach der jeweiligen Landesregelung) oder dem Lohnsteuerabzug nach den Lohnsteuerabzugsmerkmalen von Herrn Brauer wählen.

Beispiel 6:

Nebenbeschäftigung von Beamten und Pensionären

Werner Richter ist im Hauptberuf Verwaltungsbeamter. Nach Feierabend erledigt er die Personalbuchhaltung für einen Handwerksbetrieb. Sein Monatsverdienst aus dieser Nebentätigkeit beträgt 450 Euro.

Es ergeben sich folgende Abgaben:

Entgelt

450,00 Euro

Beitrag des Arbeitgebers zur Rentenversicherung (15 %)

67,50 Euro

Beitrag des Arbeitnehmers zur Rentenversicherung (3,9 %)

17,55 Euro

Steuer (2 %)

9,00 Euro

Herr Richter hat einen Beitragsanteil von 3,9 % seines Entgelts (17,55 Euro) aus der Nebenbeschäftigung an die Rentenversicherung zu tragen. Dadurch erwirbt er Ansprüche auf Rente aus der Rentenversicherung. Zur Krankenversicherung ist kein Pauschalbeitrag zu entrichten, weil Herr Richter nicht gesetzlich krankenversichert ist. Er kann sich auf Antrag von der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung

befreien lassen. In diesem Fall erwirbt er jedoch geringere Rentenanwartschaften.Weil der Arbeitgeber für das Arbeitsentgelt der geringfügig entlohnten Beschäftigung gemäß § 8 Absatz 1 Nr. 1 SGB IV die pauschalen Rentenversiche-rungsbeiträge zu entrichten hat, kann er die Lohn-steuer einschließlich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer mit dem einheitlichen Pauschsteuer-satz von 2 % des Arbeitsentgelts oder nach den Lohnsteuerabzugsmerkmalen von Herrn Richter erheben.

Beispiel 7:

Nebenbeschäftigung von Selbständigen Fritz Dunkel betreibt als Selbständiger einen Zei-tungskiosk. Er ist privat krankenversichert. Nebenbei betreut er das Anwesen, in dem er seine Geschäfts-räume angemietet hat. Für diese Nebenbeschäftigung zahlt ihm der Hauseigentümer monatlich 100 Euro.

Es ergeben sich folgende Abgaben:

Entgelt100,00 Euro
Mindestbeitragsbemessungsgrundlage175,00 Euro
Beitrag des Arbeitgebers
zur Rentenversicherung 15,00 Euro
(15 % vom Arbeitsentgelt)

Gesamtbeitrag zur Rentenversicherung 18,9 % von 175 EUR

33,08 EUR

Beitrag des Arbeitnehmers (33,08 EUR - 15 EUR)

18,08 EUR

Steuersiehe nachfolgende ErläuterungDer Rentenversicherungsbeitrag des Arbeitnehmers wird ausgehend von der Mindestbeitragsbemes-sungsgrundlage in Höhe von 175 EUR monatlich berechnet. Herr Dunkel hat die Möglichkeit, sich von der Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen. In diesem Fall zahlt lediglich der Arbeitgeber seine Beitragsanteile zur Rentenversicherung in Höhe von 15 % , außerdem erwirbt Fritz Dunkel geringere Rentenanwartschaften.Weil der Arbeitgeber Beiträge für eine geringfügig entlohnte Beschäftigung in Höhe von 15 % zur Rentenversicherung zahlt, kann er die Lohnsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und Kirchensteu-er mit dem einheitlichen Pauschsteuersatz von 2% des Arbeitsentgelts oder nach den Lohnsteuerabzugs-merkmalen von Herrn Dunkel erheben.

Beispiel 8:

Geringfügig beschäftigte Rentner, die in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind

Die 67-jährige Maria Weiß bezieht eine volle Altersrente, ist in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert und beaufsichtigt an zwei Tagen in der Woche die Kinder der Familie Neugebauer bei der Erledigung ihrer Schulaufgaben. Sie erhält ein monatliches Entgelt von 450 Euro.

Es ergeben sich folgende Abgaben:

Entgelt

450,00 Euro

Pauschalbeitrag des Arbeitgebers zur Rentenversicherung (5 %)

22,50 Euro

Pauschalbeitrag des Arbeitgebers zur Krankenversicherung (5 %)

22,50 Euro

Frau Weiß ist aufgrund ihres Altersvollrentenbezugs versicherungsfrei in der Rentenversicherung. Es fallen daher nur Arbeitgeberbeiträge an.

Weil der Arbeitgeber für das Arbeitsentgelt der geringfügigen Beschäftigung im Privathaushalt (§ 8a SGB IV) die pauschalen Rentenversicherungsbeiträge zu entrichten hat, kann er die Lohnsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer mit dem einheitlichen Pauschsteuersatz von 2% des Arbeitsentgelts oder nach den Lohnsteuerabzugsmerkmalen von Frau Weiß erheben.

Beispiel 9:

Geringfügig entlohnt beschäftigte Arbeitslose, die in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind

Der Bauarbeiter Ferdinand Bott ist arbeitslos geworden. Nun pflegt er im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung im Privathaushalt Haus und Garten eines Bekannten. Dafür erhält er ein monatliches Entgelt von 450 Euro.

Variante A) Es ergeben sich folgende Abgaben:

Entgelt450,00 Euro
Beitrag des Arbeitgebers zur Rentenversicherung (5 %)22,50 Euro
Beitrag des Arbeitnehmers zur Rentenversicherung (13,9 %)62,55 Euro
Pauschalbeitrag des Arbeitgebers zur Krankenversicherung (5 %)22,50 Euro

Steuer siehe nachfolgende Erläuterungen

Variante B) Bei Befreiung von der Rentenversicherungspflicht fallen folgende Beiträge an:

Entgelt

450 Euro

Pauschalbeitrag des Arbeitgeberszur Rentenversicherung (5 %)

22,50 Euro

Pauschalbeitrag des Arbeitgebers zur Krankenversicherung (5 %)

22,50 Euro

Steuersiehe nachfolgende ErläuterungenWeil der Arbeitgeber für das Arbeitsentgelt der geringfügig entlohnten Beschäftigung gemäß § 8a in Verbindung mit § 8 Absatz 1 Nr. 1 SGB IV in beiden Varianten Rentenversicherungsbeiträge für einen geringfügig entlohnt Beschäftigten (nach § 168 Absatz 1 Nr. 1c SGB VI) zu entrichten hat, kann er in die Lohnsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer mit dem einheitlichen Pausch-steuersatz von 2 % des Arbeitsentgelts oder nach den Lohnsteuerabzugsmerkmalen von Herrn Bott erheben. Da Herr Bott arbeitslos ist, ist er verpflichtet, den zeitlichen Umfang seiner geringfügigen Beschäfti-gung sowie die Höhe des daraus erzielten Entgeltes seiner zuständigen Arbeitsagentur zu melden. Diese prüft anschließend das weitere Vorliegen von Arbeitslosigkeit sowie eine eventuelle Anrechnung dieses Nebeneinkommens auf das Arbeitslosengeld. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, eine Nebenverdienst-bescheinigung auszustellen (§ 313 SGB III).

Beispiel 10:

Geringfügige Beschäftigung und Freibetrag nach § 3 Nr. 26 EStG (sog. übungsleiterfreibetrag)

Eine familienversicherte Hausfrau übt im Rahmen einer abhängigen Beschäftigung bei einer öffentlich-rechtlichen oder als gemeinnützig anerkannten privaten Schule nebenberuflich eine Lehrtätigkeit aus. Sie erhält ein monatliches Arbeitsentgelt von 600 Euro und hat bei ihrem Arbeitgeber einen Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht hinterlegt, dem die Minijobzentrale nicht widersprochen hat. Für die nebenberufliche Lehrtätigkeit kommt ein jährlicher Freibetrag von höchstens 2.10013 Euro in Betracht (§ 3 Nr. 26 EStG). Die Lehrerin hat beim Arbeitgeber schriftlich beantragt, von dem steuerfreien Jahresbetrag monatlich 175 Euro zu berücksichtigen, sodass das beitrags- und steuerpflichtige Arbeitsentgelt monatlich 450 Euro nicht übersteigt.

Weil der Arbeitgeber für das Arbeitsentgelt der geringfügigen Beschäftigung gem. § 8 Absatz 1 Nr.1 SGB IV die pauschalen Rentenversicherungsbeiträge zu entrichten hat (da sie von der Rentenversicherungspflicht befreit ist, fallen nur pauschale Beiträge in Höhe von 15 % für den Arbeitgeber an), kann er die Lohnsteuer einschließlich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer mit dem einheitlichen Pauschsteuer

13 Der Entwurf eines Gesetzes zur Entbürokratisierung des Gemeinnützigkeitsrechts sieht vor, den sog. übungsleiterfreibetrag auf 2.400 Euro anzuheben; das Gesetzgebungsverfahren war bei Redaktionsschluss noch in der parlamentarischen Beratung.satz von 2 % des Arbeitsentgelts oder nach den Lohnsteuerabzugsmerkmalen der Arbeitnehmerin erheben.

Beispiel 11:

Kurzfristige Beschäftigung

Frau Gabi Klein ist familienversichert und arbeitet als Raumpflegerin befristet

bei Familie Assmann vom 02.05. bis zum 18.06.(Sechs-Tage-Woche)

gegen ein monatliches Arbeitsentgelt von

48 Kalendertage

700,00 Euro

bei Familie Bauer vom 02.05. bis zum 03.08.

gegen ein monatliches Arbeitsentgelt von

94 Kalendertage

450,00 Euro

Die Beschäftigung bei Familie Assmann ist wegen ihrer Dauer und die Beschäftigung bei Familie Bauer wegen der Höhe des monatlichen Arbeitsentgelts geringfügig. Frau Klein ist in der Beschäftigung bei Familie Assmann versicherungsfrei in allen Zweigen der Sozialversicherung; in der Beschäftigung bei Familie Bauer hingegen nur in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Sie hat für die Be-schäftigung bei Familie Bauer Beiträge zur Renten-versicherung zu zahlen, wenn sie keinen Antrag auf Befreiung von der Rentenversicherungspflicht

gestellt hat. Im Falle der Befreiung von der Rentenversicherungspflicht würde sie für die Beschäftigung bei Familie Bauer jedoch geringere Rentenanwartschaften erwerben.

Eine Zusammenrechnung der beiden Beschäftigungen wird nicht vorgenommen, da es sich bei der Beschäftigung bei Familie Assmann um eine kurzfristige Beschäftigung und bei der Beschäftigung bei Familie Bauer um eine geringfügig entlohnte Beschäftigung im Privathaushalt handelt.

Entgelt bei Familie Assmann

700 Euro

Es fallen keine Beiträge an.

Entgelt bei Familie Bauer

450 Euro

Beitrag des Arbeitgebers zur Rentenversicherung (5%)

22,50 Euro

Beitrag der Arbeitnehmerin zur Rentenversicherung (13,9%)

62,55 Euro

Pauschalbeitrag des Arbeitgebers zur Krankenversicherung (5 %)

22,50 Euro

Für das Arbeitsentgelt kurzfristiger Beschäftigungen gemäß § 8 Absatz 1 Nr. 2 SGB IV kann die Lohnsteuer weder mit der einheitlichen Pauschsteuer von 2 % noch mit dem Pauschsteuersatz i.H.v. 20 % des Arbeitsentgelts erhoben werden. Auch die Pauscha-lierung der Lohnsteuer nach § 40a Absatz 1 EStG (kurzfristige Beschäftigung bis zu 18 zusammenhän-genden Arbeitstagen) mit dem Steuersatz von 25 % ist nicht möglich. Deshalb hat der Arbeitgeber die Lohnsteuer nach den Lohnsteuerabzugsmerkmalen von Frau Klein zu erheben.

Für die geringfügige Beschäftigung im Privathaushalt bei Familie Bauer werden die entsprechenden Rentenversicherungsbeiträge für eine geringfügig entlohnt Beschäftigte nach § 168 Absatz 1 Nr. 1c SGB VI abgeführt. Folglich kann Familie Bauer die Lohnsteuer mit dem einheitlichen Pauschsteuersatz von 2 % des Arbeitsentgelts oder nach den Lohnsteuerabzugsmerkmalen von Frau Klein erheben.

Beispiele zur Errechnung des Bemessungs entgelts und des individuellen Arbeitnehmerbeitrages in der Gleitzone

Bezüglich der Errechnung des Bemessungsentgelts und des individuellen Arbeitnehmerbeitrages in der Gleitzone wird auf die Gleitzonenrechner auf den Internetseiten der Spitzenverbände verwiesen. So finden Sie auf der Homepage der Deutschen Rentenversicherung

http://www.deutsche-rentenversicherung.de

in der Rubrik Fachbereiche / Arbeitgeber und Steuerberater / Betriebsprüfdienst / Gleitzone einen Gleitzonenrechner.

Link:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Navigation/3_Fachbereiche/02_ArbeitgeberUndSteuerberater/01_betriebspruefdienst/03_gleitzone/gleitzonenrechner_node.html

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Montag bis Donnerstag von 8 bis 20 Uhr Sie fragen – wir antworten

>Rente: 030 221 911 001Unfallversicherung/Ehrenamt: 030 221 911 002Arbeitsmarktpolitik und förderung: 030 221 911 003Arbeitsrecht: 030 221 911 004Teilzeit, Altersteilzeit, Minijobs: 030 221 911 005Infos für behinderte Menschen: 030 221 911 006Europäischer Sozialfonds/Soziales Europa: 030 221 911 007Mitarbeiterkapitalbeteiligung: 030 221 911 008Informationen zum Bildungspaket: 030 221 911 009

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Quelle

Bundesministerium für Arbeit und Soziales,
Referat Information, Publikation, Redaktion
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Stand: Januar 2013

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Wenn Sie aus dieser Publikation zitieren wollen, dann bitte mit genauer Angabe des Herausgebers, des Titels und des Stands der Veröffentlichung. Bitte senden Sie zusätzlich ein Belegexemplar an den Herausgeber.

 

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